Projekt TEPPOO gestartet!

von Johann Moser

Im Frühjahr 2016 haben im Teehaus ein paar Leute über ein gemeinsames Teppich-Projekt nachgedacht. Wir haben beim Tee-Trinken gemeinsame Interessen an den Themen Teppiche, Kunst und Computer/Mikroelektronik entdeckt. Entstanden ist daraus das Projekt TEPPOO (Teppiche orient::orkizent), das wir bei einer Ausschreibung des Bundeskanzleramtes, Sektion Kunst und Kultur, eingereicht haben. Gesucht wurden gemeinsame Kunst-Projekte mit Flüchtlingen. TEPPOO wurde als förderwürdig eingestuft, was uns die Möglichkeit gibt, unser Projekt zu realisieren.

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Ein Teil des Projektteams bei einer Vernissage im AEC Linz

Wir haben in einem ersten Schritt zwei Ausflüge ins Weberei-Museum Haslach unternommen, um uns mit den technischen Möglichkeiten des Webens vertraut zu machen. Im nächsten Schritt schaffen wir zwei/drei einfache Tisch-Webrahmen an und die Entwicklung eines Computer-gestützten Webstuhls soll mit Hilfe einer Klasse der HTL in Freistadt geschehen.

Auf der Homepage des Projekts http://teppoo.at befinden sich eine Beschreibung des Projekts und der laufende Projektstand. Wer gerne mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen.

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Benefiz-Kunst-Abend Quo Vadis

von Hermine Moser

Die theaterzeit//Freistadt lädt mit folgenden Worten zu einem spannenden Abend ein.
… Angesichts der derzeitigen innengesellschaftlichen Lage möchte theaterzeit//Freistadt auf künstlerischem Weg einen Beitrag leisten, um für ein konstruktives Miteinander Stellung zu beziehen.
Wir von der theaterzeit veranstalten deshalb den Benefiz-Kunst-Abend Quo Vadis, an dem neben Auftritten bekannter nationaler und internationaler KünstlerInnen auch Flüchtlinge mit eigenen künstlerischen Projekten ins Programm eingebunden werden …

Unter den auftretenden Personen und Gruppen sind die Schauspielerin Maria Hofstätter, die Autoren Josef Haslinger und Dimitrè Dinev, das Vocalensemble Hard Chor, das syrische Tänzerpaar Fatina Saleh und Mazen Muna, die früher in Windhaag gewohnt haben, und viele weitere Darstellerinnen und Darsteller. Gemeinsam mit Markus Lindner und dem Fotografen Loucas Steinherr wirken auch Flüchtlinge aus Freistadt und Umgebung an diesem Abend mit. Waleed Quasem, vielen FreistädterInnen bekannt, zeigt sein graphisches Werk, das er für die Ausstellung „(Not) Welcome“ im OK in Linz gestaltet hat.

Der Einheits-Eintritt für diesen Abend ist € 25,00.

Flüchtlinge sind selbstverständlich bei freiem Eintritt herzlich willkommen.

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Die Teilnahme von Flüchtlingen aus den umliegenden Camps hängt von einer Transportmöglichkeit ab. Wer kann sich vorstellen, Menschen aus Wullowitz, Helbetschlag, Windhaag, Gutau, St. Oswald, Bad Leonfelden, Wartberg, Pregarten, Lasberg, Wartberg, Hagenberg … mitzunehmen, bzw. Transporte zu organisieren?

Dieser Abend bietet vielfältige Anregungen und Perspektiven, um Mut und Orientierung in dieser turbulenten Zeit zu behalten. Gemeinsame Erlebnisse wie dieser Abend, gemeinsam auch mit den neu Angekommenen, können Stärkung und Bereicherung, und auch Grundlage für konstruktive Auseinandersetzungen sein.

Wohnungsvergabe an Asylberechtigte

von Wilma Fürst

Anfrage an den Gemeinderat in der GR-Sitzung vom 25.4.2016

Vor gut einem Jahr, Ende Jänner 2015, sind die ersten Flüchtlinge in der Kaserne eingezogen. Viel hat sich in der Zwischenzeit getan. Von denen, die einen positiven Asyl-Bescheid erhalten haben und in Freistadt geblieben sind, sprechen alle schon sehr gut Deutsch und die Integration funktioniert wirklich sehr gut, dank der Freiwilligen, die sich intensiv um sie bemühen. Auch mit den Deutschkursen, Konversationsstunden und privaten Kontakten.

Aus Linz, wo die offiziellen Prüfungen abgehalten werden, haben wir schon große Anerkennung bekommen, da es wirklich außergewöhnlich ist, dass es Freistädter Flüchtlinge gibt, die bereits die Prüfung B1 abgelegt haben und bereits an Niveau B2 arbeiten.

Für Nichteingeweihte: A2-Niveau bedeutet Deutsch auf dem Niveau der vierten Klasse AHS. Für die österreichische Staatsbürgerschaft muss die B1-Stufe erreicht werden, was Deutschkenntnissen auf Maturaniveau für Fremdsprachen entspricht. Voraussetzung für ein Hochschulstudium ist für Österreicher und Nichtösterreicher Deutschkenntnisse auf Niveau B2.

Wir haben unter den Freistädter Flüchtlingen mit positivem Asyl- Bescheid einige, die arbeiten und keine Mindestsicherung beziehen, zwei mit Lehrvertrag, zwei mit offizieller Aufnahme an eine Fachhochschule und ein paar, die den Fachhochschul-Aufnahmeprozess noch vor sich haben.

Das alles ist wirklich außergewöhnlich und nur möglich, weil Sie, die Gemeinde so engagierte Freiwillige haben, die die Integrationsarbeit machen, für die eigentlich der Staat zuständig wäre.

Unsere Zusammenarbeit mit der Gemeinde war immer sehr gut, aber seit einiger Zeit ist es sehr mühsam, und zwar dann, wenn es um Wohnraumbeschaffung für Asylberechtigte geht. Wir fühlen uns zunehmend als Bittsteller. Und seit dem unsäglichen Artikel im Gemeindeblatt ist es noch schwieriger geworden, weil bei den Privaten der Eindruck entstanden ist, sie dürften Menschen, die noch nicht 5 Jahre in Österreich wohnen, keine Wohnungen vermieten.

Billige Wohnungen von gemeinnützigen Wohnbauträgern gibt es zwar, aber dort wohnen schon viele Nichtösterreicher und die Gemeinde will eine Ghettoisierung vermeiden. Das verstehen wir und das zeugt auch von Weitblick. Nur, wo sollen wir dann billige Wohnungen herbekommen?

Wie kann uns die Gemeinde Freistadt bei der Suche nach leistbaren Wohnungen für Asylberechtigte unterstützen? Wir sind gerne bereit, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Eine Bemerkung am Rande: Da gibt es wirklich motivierte, intelligente, integrationswillige, offene und aufgeschlossene junge Menschen, die ein Gewinn für Freistadt wären, wenn man sie denn auch dableiben lässt.

Bericht über die 1. Konferenz der HelferInnen in OÖ

von Iris Baumann

Am Samstag, den 5. März 2016, wurde die 1.Konferenz der HelferInnen für Menschen auf der Flucht im Landhaus, Linz, abgehalten. Es war eine sehr gut besuchte Veranstaltung von „Zusammenhelfen in Oberösterreich“ im Auftrag des Integrationsressorts des Landes Oberösterreich. Es gab sechs Workshops zum Thema und zwar:

  1. Worauf es ankommt. Wie lerne ich mit Flüchtlinge Deutsch?
  2. Initiativen der ersten Stunde
  3. Flucht und Trauma – Möglichkeiten und Grenzen für Freiwillige
  4. Sich einlassen ohne vereinnahmt zu werden
  5. GUT und GERNE helfen – Psychohygienen für Freiwillige
  6. Flucht und Arbeitsmarkt
Ich nahm beim ersten Workshop (Deutsch für Flüchtlinge) teil und konnte einige Anregungen und Übungen für den Deutschunterricht mitnehmen. Zum Beispiel deutsche Wörter durch Pantomime oder Bilder zu erklären. Oder mit Flüchtlingen einkaufen zu gehen und an Ort und Stelle die verschiedenen Gegenstände zu benennen.  Einige der Teilnehmer/innen haben auch ihre Initiativen und Projekte vorgestellt. Ich sprach über unser Projekt Teehaus, das mit großem Interesse aufgenommen wurde.
Rund um die Workshops gab es einen Marktplatz der Informationen von diversen Organisationen für Flüchtlingsarbeit. Integrations-Landesrat Rudi Anschober hielt das Eingangsstatement und eine Abschlussrede. Dabei sprach er über weitere Projekte in der Flüchtlingsarbeit. Nähere Informationen: www.zusammen-helfen.at.
Zum Abschluss dankte Landeshauptmann Josef Pühringer allen HelferInnen sehr herzlich für ihr Engagement. Abgerundet war der Kongress mit einem hervorragenden vegetarisch/veganen Buffet.
Weitere Konferenzen sind in Planung. Diese Veranstaltungen sind meiner Meinung nach ein wichtiger Teil und eine starke Säule in der OÖ-Flüchtlingsarbeit.