Gastfreundschaft

Heute Mittag haben sich an die 70 Personen im Gemeinschaftsraum des Flüchtlinghauses Spittelstraße zum Suppe Essen getroffen, etwa ein Drittel davon Flüchtlinge aus Freistadt. Die Grundidee war, einen Topf Suppe oder etwas Brot mitzubringen und diese einfachen Speisen miteinander zu teilen. Die Begegnung sollte im Mittelpunkt stehen.

Die Gäste wurden von einem „Empfangs-Komitee“ der Flüchtlinge recht herzlich begrüßt. Die kurze Schulung “in Interaktion treten” (siehe letzter Beitrag) hat bereits Wirkung gezeigt.

Wir können von einem gelungenen Mittag und Nachmittag mit viel Interaktion und Begegnung berichten, etliche Besucher/innen sind bis 16 Uhr geblieben!

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Kontakt finden und suchen

von Hermine Moser
In den letzten Tagen habe ich, nachdem ich in der Vorwoche verreist war, viel Zeit mit den Flüchtlingen in der Spittelstraße verbracht.
Ich möchte euch nun an einigen Erfahrungen und Eindrücken teilhaben lassen. Es geht darum, ob es uns gelingt, möglichst viele der BewohnerInnen der Spittelstraße in unsere Aktivitäten einzubeziehen. Das ist nicht einfach und nicht selbstverständlich.

Verschiedene Gruppen von Menschen

Die Gebildeten, die Erfahrenen und ein wenig „Weltgewandten“ suchen den Kontakt mit uns BesucherInnen. Sie sind begeistert von den Deutsch-Lern-Angeboten und von den Freizeit-Aktivitäten. Sie gehen auf uns zu, sie reden in der Regel gut englisch. Es ist ein Gewinn, mit ihnen zusammen zu sein.

Dann sind andere, die am Rand dabei sind. Sie verstehen eventuell nur wenig englisch, sie sind vielleicht schüchtern. Natürlich versuche ich, diese in die Gespräche und in den Austausch einzubeziehen. Ich spreche sie an, ich bitte andere, für sie zu dolmetschen. Aber sie gehen nicht so auf mich zu. Sie trauen sich nicht so sehr. Sie können sich ja nicht so gut ausdrücken. Auch ich kann dann nicht so viel mit ihnen anfangen.

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Galerie im Flüchtlingshaus Spittelstraße

von Johann Moser

Heute haben wir gemeinsam Bilder aufgehängt. Der Wunsch der Bewohner, etwas Farbe in das Wohnprojekt zu bringen, hat uns – Waleed, Owais, Ali, Ali und mich – auf die Idee einer Galerie im riesigen Vorhaus gebracht. Gedacht ist an wechselnde Ausstellungen inklusive mit Vernissage.

Die ersten Bilder sind von mir, abstrakte Malerei auf Leinwand, jeweils 100x100cm. Der Designer Waleed hat entschieden, wo und wie die Bilder platziert werden: Die Freiräume werden mit Arbeiten unserer (zumeist) syrischen Freunde ergänzt, das können Fundstücke aus der Natur, textile Arbeiten, Malerei oder Fotografie sein.

Bereits beim Aufhängen entstand eine rege Diskussion über die abstrakten Bilder: Stellt das etwas dar? Was kann man darin sehen? Wie kann man diese Bilder verstehen?

Ein fast leerer Glasschrank kontrastiert die Bilder und ist bereits Teil der Ausstellung. Dieser Schrank heißt „Escaping – Die Flucht“ und symbolisiert die Flucht der Bewohner/innen. Der Schrank beinhaltet einen Turnschuh in Sprungstellung, die Pinn-Nägel liegen zerstreut herum, das Glas ist verstaubt: „Wir konnten uns auf der Flucht eine Woche lang nicht waschen„. Schrank, Turnschuh und Pinn-Nägel wurden absichtslos montiert oder dort hängen gelassen und treffen doch ziemlich genau und sehr reduziert einen wichtigen Teil der jüngsten Lebensgeschichte der Bewohner/innen!

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Erste Begegnungen

Inzwischen leben 34 Asylwerber/innen im Wohnprojekt Kaserne/Spittelstraße, darunter zwei Familien aus dem Kosovo mit jeweils zwei Kindern und ein paar junge Männer aus Somalia.

Die persönlichen Kontakte beginnen: Heute Nachmittag gibt es eine erste Stadtführung mit Peter Beyer und Martin Reindl, um alle wichtigen Stationen kennen zu lernen. Ein paar Asylwerber werden heute schon selber beim Treffen der Arbeitsgruppe Beschäftigung, Sport, Bewegung dabei sein! Morgen Sonntag 1.2. um 11 Uhr gibt es einen Ausblick auf Freistadt vom Kirchturm aus mit Irmgard Stermbauer und am Nachmittag klären Alexander Puchner und Dina Hanl die Bedürfnisse für Deutsch-Unterricht. Am Mittwoch 4.2. gibt es ein Angebot zum Fußballspiel von Petra Rappersberger-Polzer.

Vielleicht muss ich hier noch einen Kalender einrichten. Einen Wandkalender im Wohnprojekt soll es wohl auch geben.

Mit ein paar Leuten vom Wohnprojekt sind wir schon auf Facebook befreundet, das erleichtert die Kommunikation.