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Rückblick auf die Aktivitäten und Ereignisse der letzten Wochen

von Hermine Moser

Samstag 19. 9. Einladung der Pfadfinder zum Essen, zu Aktivitäten in der Natur rund um das Pfadfinder-Haus in der Bockau. Von Seiten der Pfadfinder, und vor allem von Seiten der Flüchtlinge habe ich gehört, wie schön und bereichernd dieser gemeinsam verbrachte Tag war. Nicht nur die Freistädter, sondern auch die Rainbacher und die Wullowitzer Flüchtlinge waren eingeladen.

Donnerstag 24. 9. Einladung der afghanischen Flüchtlings-Community zum Feiern des Opferfestes im Saal des Pfarrhofes Freistadt. Gäste aus der Pfarre und Freunde aus den Camps und FreistädterInnen waren dabei. Es war ein sehr schöner, lustiger Abend mit köstlichem Essen. „Köstlich“ war auch, dass die Frauen erst tanzten, als wir die Männer aus dem Saal schickten. Dann legten sie aber so richtig los! Qismat, der Haupt-Organisator, der zu Beginn eine beachtliche Rede auf Deutsch, Farsi und Englisch hielt, machte sich draußen im Vorraum schon Sorgen, ob die Frauen nicht zu ungestüm und laut seien!

Opferfest-1
Fotos: Tanz der Männer im Pfarrhof, Foto: Johann Moser

Opferfest-2

Freitag 25. 9. „Langer Tag der Flucht“, gestaltet von allen Schülerinnen der Freistädter Sekundarklassen, organisiert von Dir. Peter Beyer. Die Schülerinnen lasen auf öffentlichen Plätzen ein Buch über das Schicksal eines afghanischen Flüchtlingskindes. Ein Höhepunkt des Tages war das Benefizkonzert in der Stadtpfarrkirche, gehalten von den Schülerinnen der Neuen Musik-Mittelschule, und der Familie Lindner.

Lesung beim Mahnmal am Linzertor
Lesung beim Mahnmal am Linzertor, Foto: Peter Beyer.

Samstag 3. 10. „Rhythmus verbindet“ das erste Mal wieder nach der Sommerpause. Trommeln mit Markus Lindner im Salzhof. Zum Trommeln sind alle AsylwerberInnen aus Freistadt und den umliegenden Camps eingeladen. Am Nachmittag des selben Tages halfen vier Flüchtlinge fleißig bei den Vorbereitungen für das Erntedankfest mit.

Sonntag 4. 10. Erntedankfest um 10:00 in der alten Versteigerungshalle. Viele Flüchtlinge feierten mit, einige halfen wieder beim Abbau.

Samstag 10. 10. Sechs Flüchtlinge haben Sprachprüfungen bestanden!

Sonntag 11. 10. Wanderung auf den Braunberg. Der Alpenverein lädt ein.  Oben gibt’s Lagerfeuer, Halal Würste braten, Steckenbrot etc.

Mit Wiltrud Haider gibt es in der Wohnoase der Volkshilfe einmal im Monat einen Nähkreis. Christine Winklehner hat den Kontakt zu Flüchtlingen in der Spittelstraße, wo einige Schneider wohnen, hergestellt. Beim letzten Treffen waren acht Personen aus der Spittelstraße und ebenso viele aus der Wohnoase beieinander. Die Freude am Kontakt und am gemeinsamen Werken ist gegenseitig!

Erfolgreich abgelegte Prüfungen!

von Hermine Moser

Heute war für eine Gruppe von AsylwerberInnen ein besonders erfolgreicher Tag. Einer hat die A1 Prüfung in Linz abgelegt, und fünf weitere die A2-Prüfung. Herzlichen Glückwunsch den fleißigen Studierenden!

Und ein ganz herzlicher Dank an die Lehrerinnen. Ihr habt sie alle mit unermüdlichem Engagement, mit eurem Wissen und Können und mit eurem Verständnis für manche Stimmungsschwankungen über viele Wochen und Monate begleitet und unterstützt. Danke an Wilma für die Organisation! Ein großer Dank gilt auch den SponsorInnen der Prüfungsgebühren.

Sprachpruefungen

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Flüchtlinge und die Literatur

von Johann Moser und Michaela Röck

Das Thema der Flüchtlinge in Europa beschäftigt immer mehr Menschen. Auch in der Literatur wird das Thema aufgegriffen, siehe Sabine Gruber: Die Überfahrt.

Die Freistädterin Michaela Röck hat den Text Seine letzte Fahrt verfasst und uns zur Verfügung gestellt. Danke schön!

Vielleicht kann dieser Text ein Projekt einleiten, das Flüchtlinge in unserer Region ermutigt, ihre eigene Situation literarisch zu reflektieren.

Rückblick auf den August

von Hermine Moser

Sehr Erfreuliches beim Spracherwerb

Wilma Fürst ist es gelungen, viele UnterstützerInnen zu finden, welche eine Deutsch-Lern-Begleitung in kleinen Gruppen von zwei bis maximal vier Personen anbieten. Diese Lernunterstützung steht allen Flüchtlinge offen, welche an einem Lingo-Sprachkurs teilnehmen. Die Teilnahme an einem Lingo-Sprachkurs ist deshalb wichtig, weil dort ein Kurs- und Arbeitsbuch verwendet wird. Mit Hilfe des Sprachbuches ist die Nachhilfe auch für nicht im Unterrichten geübte Menschen gut möglich.

Zusätzlich gab es während der Ferienzeit einen Intensiv-Alphabetisierungskurs. Es war auffällig, dass immer wieder Flüchtlinge aus den Deutsch-Kursen ausgestiegen sind. Auch solche sind an der Schrift gescheitert, die schon ein wenig Englisch gesprochen haben und von denen man annehmen konnte, sie wären mit dem lateinischen Alphabet vertraut. Acht Freiwillige (drei StudentInnen und fünf pensionierte Deutsch-LehrerInnen) bieten täglich zwei Unterrichtsstunden an. Weil die Nachfrage – nicht nur bei den Neuankömmlingen – so groß war, läuft der Unterricht in zwei Gruppen.

Für diese beiden Angebote steht ein gut geeigneter und gut ausgestatteter Raum im Pfarrhof zur Verfügung.

Der Intensiv-Sprachkurs, der sechs Flüchtlinge zur A2-Prüfung im Oktober führt, läuft mit zwei Lehrerinnen weiterhin im Grünen Büro von Montag bis Donnerstag. Ebenso gehen dort die offenen Lern- und Kommunikationsangebote weiter.

Spiel und Sport

Auf Grund des Engagements von Petra Rappersberger-Polzer konnte bis 15. August in den Turnsälen im Gymnasium Fußball etc. gespielt werden. Petra hat außerdem SponsorInnen für Freibad-Eintrittskarten gefunden. Auf diese Weise stehen für die Flüchtlinge Eintritte zum Preis von einem Euro zur Verfügung. Das wird sehr gut und dankbar angenommen. Am 31. 8. waren zum Beispiel 29 Leute im Schwimmbad! Häufig ist Petra selber im Bad dabei und kümmert sich vor allem um die Kinder. Petra schaut auch immer wieder, dass es genügend Tennis-Schläger und Bälle für das Tischtennis spielen gibt. Auch für diejenigen, die Bodybuilding betreiben wollen, hat Petra Verständnis und hilft ihnen beim Zugang zum Fitness-Studio.

Wandern und Picknicken

Die Sternwanderung am Samstag 8. 8. hat vielen Menschen viel Freude gemacht.

Am 15. 8. führte die Wanderung nicht zum Badeteich, sondern wir wanderten, weil es nicht so warm war, den Flaps-Wanderweg in der Zelletau. Danach gab’s wieder ein Picknick.

Festival DER NEUE HEIMATFILM

Vom 26. bis 30. 8. waren wieder diese besonderen Tage des Heimatfilmfestivals. Viele Flüchtlinge haben die Möglichkeit, Filme in der Muttersprache zu sehen, genutzt. Es gab kurdische, afghanische und vor allem viele syrische Filme. Von Nasri Hajjaj, ein Filmemacher der als Asylwerber bis vor kurzem in Apfoltern gewohnt hat, gab es einen Schwerpunkt. Alle Flüchtlinge waren bei Vorlage des Kulturpasses zu den Filmen eingeladen. Für alle BesucherInnen des Festivals waren auch in diesem Jahr viele Filme als Stimme von Flüchtlingen zu verstehen.

Rundfahrt mit FLAPS-E-MOBIL

Am 29. August hat Erwin Pramhofer unsere Flüchtlinge auf eine Freistadt-Rundfahrt mit dem Flaps-e-mobil eingeladen. Alle Plätze waren besetzt und von der Konditorei Poissl gab es Eis für alle. Herzlichen Dank!

TRAUER-FEIER und GEDENKEN

Sehr spontan und kurzfristig hatten Mitglieder der Pfarre Freistadt mit folgenden Worten zu einer Trauerfeier eingeladen:
Betroffen und bestürzt über die vielen toten Flüchtlinge der letzten Tage sowie für alle auf der Flucht zu Tode gekommenen Menschen, laden wir zu einem gemeinsamen Trauer-Gedenken ein: HEUTE SONNTAG 30. August um 19 Uhr STADTPFARRKIRCHE FREISTADT. Wir beten mit Bibel und Koran.

Über fünfzig Menschen, circa die Hälfte von ihnen Flüchtlinge, waren der Einladung gefolgt. Es war eine berührende Feier im Altarraum mit der Geschichte Hiobs, mit Gesang und Bewegung, und Koran-Rezitation. Für alle zu Herzen gehend war das gemeinsame Gebet der muslimischen Männer. Sie beteten aus dem Koran jene Suren, die bei einem Totengedenken rezitiert werden.
Diese Feier war gut und wichtig für uns alle, besonders aber für unsere Flüchtlings-Freundinnen und Freunde. Sie konnten Anteilnahme in diesem besonderen Rahmen erfahren und uns an ihrer eigenen Trauer teilhaben lassen. Diese gemeinsame Erfahrung hat uns alle einander ein Stück näher gebracht.

Es braucht WOHNUNGEN!

Gottseidank bekommen doch immer wieder einzelne Flüchtlinge einen positiven Bescheid. Für die Familienväter unter ihnen rückt damit die Möglichkeit, mit ihren Frauen und Kindern endlich wieder vereint zu sein, in greifbare Nähe. Allerdings müssen sie, um ihre Familie herzuholen (dies dauert dann immer noch Monate) einen Mietvertrag für eine genügend große Wohnung vorweisen! Vieles lässt sich organisieren, wie z.B. Möbel, Geschirr, Bettzeug, Küchengeräte etc. Auch das Geld für Kautionen lässt sich dank großer Hilfsbereitschaft vorstrecken. Aber eine geeignete Wohnung zu finden ist oft das große Problem. Die große Bitte an alle: Bitte hier mitdenken und mit-suchen!

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Fotos: privat